Kontrolle zurückgewinnen – Bewältigung des Suchtverhaltens durch EAP-Beratung

KERNPUNKTE

F., ein 41-jähriger langjähriger Mitarbeiter eines Unternehmens, wandte sich mit einem Gefühl der Dringlichkeit an das Employee Assistance Program (EAP) seines Unternehmens. Während er zuvor bereits umfangreiche psychologische Unterstützung in Anspruch genommen hatte – hauptsächlich ausgelöst durch die Depressionen seiner Ex-Frau und den emotionalen Tribut, den ihre Ehe und schließlich ihre Scheidung forderten -, suchte er dieses Mal Hilfe für ein wieder auftretendes Suchtverhalten, das sein Leben nach der COVID-Krise zu beeinträchtigen begann.

Aktualisiert am: 31/03/25

Regaining control – managing addictive behaviors through EAP counseling
Zusammenfassung:

Bedenken äußern

F. äußerte sich besorgt über seine Finanzverwaltung und wies auf einen möglichen Rückfall in die Spielsucht hin. Er räumte auch ein, dass es immer schwieriger geworden war, sein zwanghaftes Verhalten zu kontrollieren, das von Glücksspiel über Escort bis hin zum Rauchen reichte. Obwohl er beruflich stabil war und sowohl in seinem Job als auch als Teilzeit-Stand-up-Comedian gute Leistungen erbrachte, beschrieb F. einen deutlichen Kontrast zwischen seiner öffentlichen Kompetenz und seiner privaten Verletzlichkeit.

Er berichtete, dass Momente der Einsamkeit und des Nachdenkens oft emotionales Unbehagen auslösten, das er durch maladaptives Bewältigungsverhalten zu unterdrücken versuchte. Während sein Berufsleben intakt blieb, war sein Privatleben von inneren Konflikten, Gefühlen des Versagens bei unerreichten Lebenszielen und einem anhaltenden Gefühl der emotionalen Leere geprägt.

EAP-Beratungsprozess

Zu Beginn wurde F. mit dem zielorientierten Charakter des EAP-Dienstes vertraut gemacht, der sich auf die Entwicklung praktischer, kurzfristiger Strategien und nicht auf eine tiefgreifende therapeutische Bearbeitung konzentriert. Er begrüßte diese Struktur, da er hoffte, sofortige Werkzeuge zu erhalten, um sein Verhalten effektiver zu steuern.

Durch angeleitete Reflexion und Verhaltensanalyse wurde F. ermutigt, Auslöser, wiederkehrende Muster und die emotionale Funktion seiner zwanghaften Verhaltensweisen zu erforschen. Diese Erkundung ermöglichte es ihm,:

  • Erkennen Sie die emotionalen Zustände, die diesen Trieben vorausgehen
  • Erkennen Sie die unbefriedigten Bedürfnisse an, die er durch impulsive Handlungen zu befriedigen versucht
  • Reflektieren Sie die persönlichen Konsequenzen dieser Verhaltensweisen im breiteren Kontext seines Lebens

Gemeinsam erarbeiteten wir Verzögerungs- und Ablenkungstechniken, die ihm dabei helfen sollten, diese Zwänge im Moment zu unterbrechen, z. B. einen Freund anzurufen, einer geplanten Aktivität zu Hause nachzugehen oder seine Aufmerksamkeit auf ein konstruktives Ventil zu lenken. Unter Rückgriff auf seine Stärken aus der vorangegangenen Therapie konnte F. auch wieder auf Bewältigungsmechanismen zurückgreifen, die er in der Vergangenheit erfolgreich eingesetzt hatte, wie z.B. die Mentalisierung seiner Emotionen und die Wahl bewusster Reaktionen gegenüber reaktiven.

Ein Schwerpunkt unserer Sitzungen bestand darin, F zu helfen, die Beziehung zu erkunden, die er vor kurzem mit einer Frau begonnen hatte, die er als emotional bedeutsam beschrieb. Er erkannte zwar den Wert, den sie in sein Leben einbrachte, gab aber auch zu, dass er sich innerlich dagegen wehrte, weil er ungelösten emotionalen Schmerz aus seiner früheren Ehe hatte.

Gemeinsam arbeiteten wir an der Entwicklung eines Aktionsplans, der seine persönlichen Bedürfnisse mit dem Wachstum seiner Beziehung in Einklang brachte. Wir ermutigten ihn, emotional bewusste Verhaltensweisen zu berücksichtigen, die Intimität, Verständnis und Vertrauen in dieser neuen Beziehung förderten. Dies half ihm, seinen Fokus von kurzfristiger Befriedigung auf langfristige Erfüllung zu verlagern.

Ergebnisse

Am Ende unserer Sitzungen berichtete F., dass er sich selbstbewusster fühlte und seine Impulse besser unter Kontrolle hatte. Er hatte mehrere praktische Strategien zum Hinauszögern der Befriedigung eingeführt und fühlte sich mit einem Aktionsplan ausgestattet, der ihm half, bei emotionalem Unbehagen absichtlich zu reagieren statt zu reagieren.

Er erkannte, dass das, was sich einst wie ein unkontrollierbarer Kreislauf zwanghafter Verhaltensweisen anfühlte, nun in einem breiteren emotionalen und psychologischen Kontext verstanden wurde, und er äußerte neue Hoffnung und Motivation, gesündere Muster in seinem Leben beizubehalten.

Nachbereitung

Wir vereinbarten, die Tür für künftige Unterstützung offen zu lassen, falls er das Bedürfnis verspüren sollte, eines dieser Themen erneut aufzugreifen oder seine langfristigen Beziehungsziele weiter zu erkunden. F. beendete den Prozess mit dem Gefühl, durch die erzielten Fortschritte gestärkt worden zu sein. Er fühlte sich durch die neuen Werkzeuge, die er erworben hatte, gestärkt und auf seinem weiteren Weg zu emotionaler Stabilität und persönlichem Wachstum unterstützt.

Fazit

Dieser Fall zeigt, wie wichtig kurzfristige, gezielte EAP-Interventionen sind, um Menschen bei der Bewältigung ihres Suchtverhaltens zu unterstützen, das auf emotionalen Schmerz und unerfüllte Bedürfnisse zurückzuführen ist. Mit den richtigen Hilfsmitteln und einem strukturierten Raum zum Nachdenken konnte F. sich wieder mit seinen Werten verbinden, gesündere Bewältigungsstrategien entwickeln und konkrete Schritte in Richtung eines bewussteren und erfüllteren Lebens unternehmen.

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