Vom Trauma zur Genesung – Unterstützung der Widerstandsfähigkeit nach einem Unfall durch EAP-Beratung
KERNPUNKTE
M., eine 26-jährige Berufstätige, wandte sich nach einem schweren Fahrradunfall, der zu einem einmonatigen Krankenhausaufenthalt und einer vorübergehenden Beurlaubung von der Arbeit führte, an das Employee Assistance Program (EAP). Durch die Verletzung wurden sowohl ihre beruflichen Pflichten als auch ihre persönliche Routine gestört, so dass sie sich körperlich eingeschränkt und emotional überfordert fühlte.
Bedenken äußern
Zum Zeitpunkt der ersten Sitzung war M. immer noch bettlägerig und litt sowohl unter den körperlichen Beschwerden des Unfalls als auch unter einem Gefühl der emotionalen Frustration. Sie beschrieb, dass sie sich festgefahren und von ihrem gewohnten Lebensrhythmus abgekoppelt fühlte und nicht in der Lage war, ihren täglichen Aktivitäten nachzugehen oder ihre Pläne zu verfolgen. Der plötzliche Verlust von Mobilität und Unabhängigkeit hatte ein tiefes Gefühl der Hilflosigkeit und psychischen Belastung ausgelöst.
M. äußerte den Wunsch, Wege zu finden, um diese Übergangsphase effektiver zu gestalten und gleichzeitig Raum für die Verarbeitung des Traumas zu schaffen, das sie erlitten hatte.
EAP-Beratungsprozess
Der anfängliche Schwerpunkt der Beratung bestand darin, M. dabei zu helfen, während ihrer Genesung wieder ein Gefühl für Struktur, Sinn und Engagement zu bekommen. Gemeinsam entwickelten wir individuelle Strategien, die ihr helfen sollten, ihre Tage zu bewältigen, während sie ans Bett gefesselt war. Dazu gehörte es, Interessen und Aktivitäten zu finden, denen sie trotz ihrer körperlichen Einschränkungen nachgehen konnte, kleine, aber sinnvolle Schritte, um wieder ein Gefühl von Normalität in ihren Alltag zu bringen.
Gleichzeitig boten die Sitzungen M. einen Raum, in dem sie ihren emotionalen Schmerz verbalisieren, die psychologischen Auswirkungen des Traumas mitteilen und beginnen konnte, das Ereignis auf einer tieferen Ebene zu verarbeiten. In dieser sicheren Umgebung konnte sie das Leiden, das sie verinnerlicht hatte, in Worte fassen und beginnen, ihrer Erfahrung einen Sinn zu geben.
Ergebnisse
Zwei Wochen nach Beginn der Beratung berichtete M. von spürbaren Verbesserungen ihres körperlichen und emotionalen Wohlbefindens. Sie hatte wieder begonnen, das Haus zu verlassen und äußerte ein größeres Vertrauen in ihre körperliche Verfassung, da sie nicht mehr von der Angst oder Furcht zurückgehalten wurde, die ihre Genesung anfangs begleitete.
Ungefähr drei Wochen später meldete sich M. erneut für eine Folgesitzung. Sie erzählte, dass sie kürzlich einen zweiwöchigen Urlaub gemacht hatte und, was am wichtigsten war, dass sie wieder mit dem Fahrrad fahren konnte – ruhig und selbstbewusst. Sie äußerte, dass sie sich emotional stärker fühlte als vor dem Unfall und bemerkte, dass sie in der Lage war, in den Alltag zurückzukehren und ein Gefühl der Normalität wiederzufinden.
Nachbereitung
In dieser letzten Sitzung brachte M. auch neue Herausforderungen im Zusammenhang mit der Kommunikation und Beziehungsdynamik mit ihrem Partner zur Sprache. Gemeinsam kamen wir überein, dass dies ein separater Schwerpunkt sein sollte, der sich von dem ursprünglichen Grund für die Inanspruchnahme der EAP-Beratung unterscheidet. Sie drückte ihr Interesse daran aus, dies in zukünftigen Sitzungen zu erkunden, falls sich die Notwendigkeit ergeben sollte.
Fazit
Dieser Fall veranschaulicht, wie kurzfristige EAP-Unterstützung eine entscheidende Rolle bei der Genesung von Traumata spielen kann, selbst wenn die anfängliche Herausforderung in erster Linie körperlicher Natur ist. Durch die Schaffung von Raum für die emotionale Verarbeitung und die Unterstützung der Person bei der Wiedereingliederung in das Leben auf praktische und ermutigende Weise war M. in der Lage, vom Trauma und der Unbeweglichkeit zu Resilienz und wiedererlangter Unabhängigkeit überzugehen. Der Prozess öffnete ihr auch die Tür für eine zukünftige persönliche Entwicklung in anderen Bereichen ihres Lebens.